Neubau Betriebswerkstatt Kalchrain
MECHANIKER Als primäres Ziel für die Neugestaltung der Betriebswerkstatt wurde eine moderne Infrastruktur für eine zeitgemässe Ausbildung der Mechanikerlehrlinge vorgegeben. Erwartet wurden Vorschläge, wie das erforderliche Volumen für vier Werkstatteinheiten von 5x12m Grundfläche und 6m Höhe mit dazugehöriger Infrastrukturnutzung in der anspruchsvollen Umgebung der historischen Klosteranlage gesetzt werden konnte, ohne damit das landschaftliche und architektonische Gleichgewicht zu stören.
ZENTRUM UND PERIFERIE Das ehemalige Zisterzienserinnenkloster mit den angegliederten Werkstattbetrieben und den Personalhäusern bildet als dichtes bauliches Konglomerat das Zentrum der Gesamtanlage. Aufgrund der engen Platzverhältnisse und der topografischen Bedingungen ist die aus funktionaler Sicht naheliegende weitere Verdichtung des bestehenden Werkstattbereichs nicht realisierbar.
ENSEMBLE In Analogie zu den satellitenartig verteilten Gebäudegruppen der zur Anstalt gehörenden Landwirtschaftsbetriebe, wird der Werkstatt-Neubau vom Klosterbereich abgekoppelt und in eine räumliche Beziehung zum bestehenden Holzlager gesetzt. Durch die Situierung des Gebäudes an der Verbindungsstrasse Hüttwilen-Kalchrain wird zusätzlicher Nahverkehr über die Landwirtschaftsparzellen vermieden.
FIGUR Über rechteckigem Grundriss entwickelt sich eine scharf geschnittene Volumetrie, deren Figur die Hanglage nachzeichnet. Die L-förmige Glasfassade fasst den aus dem Baukörper ausgeschnittenen Negativraum des gedeckten Vorplatzes und verbindet das Innere der Werkstatt mit dem hofartigen Aussenraum.
ORT UND FUNKTION Die Gliederung der Nutzung basiert auf dem Minimalmass einer Werkstatteinheit. Vier lichtdurchflutete Garagenboxen reihen sich linear aneinander, eine zweigeschossige Schicht mit kleinteiligen Räumen bildet den seitlichen Abschluss des Gebäudes. Neben Pneumontage, Ersatzteillager und Technikraum befinden sich in diesem Gebäudeteil das Werkstattbüro und ein Aufenthaltsraum. Diese beiden, übereinander gestapelten, in der Grundrissdisposition privilegierten Räume, profitieren wie die Werkstatträume von der optimalen Belichtung und dem schönen Aussenraumbezug.
Neubau Betriebswerkstatt Massnahmezentrum Kalchrain

2003

Verfahren

Studienauftrag

Bauherrschaft

Hochbauamt des Kantons Thurgau

Architektur

Lauener Baer Architekten

Mitarbeit

Marc Diener, Roland Schiegg

Bauleitung

Roland Grandits

Fotos

Jürg Zimmermann