Neubau Geschäftssitz Medisuisse

STÄDTEBAU Auf der Grundlage der geschichtlichen Entwicklung fügt sich das neue Geschäftshaus der Medisuisse wie sein Vorgängerbau freistehend und über seine Fassaden nach vier Seiten hin orientiert in die Baulücke ein. An die Stelle des spätklassizistischen Hauses mit symmetrischer Strassenfassade tritt ein Baukörper, welcher mit seiner präzise gestaffelten Geometrie auf die kontroversen städtebaulichen Rahmenbedingungen reagiert. Die Lage des Hauptzuganges an der nordwestlichen Gebäudeecke betont die neue städtebauliche Situation und verbindet das Haus via Sonnengartenstrasse mit der Vadianstrasse, einer der wichtigen Verkehrsadern der Stadt.

GESCHICHTE Hinsichtlich der Forderung nach einer nachhaltigen Bauweise orientiert sich der Neubau am Vorbild der historischen Stickereigeschäftshäuser in St. Gallen. Diese Bauwerke verkörpern bauliche Nachhaltigkeit geradezu mustergültig, indem sie sich dank ihrer robusten Raumstrukturen und der massiven Konstruktionen aus dauerhaften Materialien auch über hundert Jahre nach ihrer Erstellung immer noch problemlos an neue Nutzungen anpassen lassen.

TEKTONIK Der architektonische Ausdruck des neuen Medisuisse-Hauses wird durch die sorgfältige
tektonische Gliederung geprägt. Zwei Setbacks artikulieren die Hauptfassade an der
Frongartenstrasse. Die horizontalen Bänder der drei Doppelgeschosse beziehen sich direkt auf
die historischen Nachbarbauten mit ihrer klassischen Dreiteilung in Sockel, Schaft und
Dachpartie. Die vertikale Gliederung wird durch den engen Stützenraster geprägt, welcher mit
der Massstäblichkeit der umliegenden Fassaden korrespondiert. Entsprechend leitet sich auch
die Materialisierung und Farbigkeit des neuen Gebäudes direkt aus dem baulichen Kontext ab.

„Im Grundrissaufbau entwickelt das Projekt eine robuste, dichte Typologie, welche in ihrem lakonischen Aufbau durchaus mit dem Volumen in der Situation leistungsfähig korrespondiert: bis in die statische Durcharbeitung und in die Haustechnik hinein wird der Weg einer möglichst rationalen, strengen und stabilen Auslegung der Systeme gesucht. Durch die kompakte Mittellage des Kernes werden sehr vielfältig auslegbare Geschossteilungsverhältnisse geschaffen, welche dem Auftraggeber die Realisierung seiner ProgrammwĂĽnsche ermöglichen. Aufgrund der vom Kern geschaffenen Raumtiefen sind sehr gute Belichtungsverhältnisse fĂĽr die Arbeitsplätze zu erwarten. Hervorzuheben ist die Tatsache, dass durch die feine Aufösung der Tragstruktur im Inneren ein Mehrwert an Flexibilität fĂĽr ein einfaches, rationales Layout erzeugt wird. Vor diesem Hintergrund ist es besonders wertvoll, dass ein sehr einfaches Haustechniksystem vorgeschlagen wird, das die Stimmung der Arbeitsräume nicht in einer Orgie von abgehängten und vorgeblendeten klapprigen Abdeck-Elementen versenkt. Robuste, einfache Räume sind das Ziel.» (Zitat Jurybericht)

Neubau Geschäftssitz Medisuisse

2017

Verfahren

Projektwettbewerb nach Einladung

Bauherrschaft

Ausgleichskasse Medisuisse, St. Gallen

Architektur

Lauener Baer Architekten

Mitarbeit

Claudia Bitzer, Roger Schär

Bauingenieur

Konrad Merz | Merz Kley Partner