FARÒS Die dreiteilige Volumetrie des Stadthauses entwickelt sich aus dem heterogenen Kontext des Bestandes heraus und strickt am vorgefundenen städtebaulichen Gewebe selbstverständlich in die Zukunft. Die städtebauliche Entwicklungsgeschichte des Quartiers bleibt am neuen Gebäude ablesbar. Der zweigeschossige Bibliothekstrakt entlang der Sternenstrasse orientiert sich an der Firsthöhe der kleinmassstäblichen Bestandesbauten. Der viergeschossige Westflügel an der Alleestrasse verlängert die Fassade des Konsumhofes und stärkt den Strassenraum an dieser Stelle. Der siebengeschossige Haupttrakt verkörpert das Herz des Stadthauses und verweist als weit herum sichtbarer architektonischer Akzent auf das neue städtische Zentrum.
ARCHITEKTUR Die Energiestadt Romanshorn legt grossen Wert auf einen sorgfältigen Umgang mit der Umwelt. Für das grosse Bauvorhaben werden ein ressourcenschonender Einsatz von Materialien und die Nutzung von erneuerbaren Energien selbstverständlich vorausgesetzt. Der architektonische Ausdruck des neuen Stadthauses verleiht dieser Erwartung eine klare Gestalt. Charakteristisch sind die horizontal gegliederten Fassaden, deren umlaufende Fensterbänder die vertikalen Stäbe des rhythmischen Holztragwerks überlagern. Die Brüstungungen sind mit Photovoltaikmodulen verkleidet, deren Frontglas mittels keramischem Digitaldruck eingefärbt werden. Als „technisches Ornament“ verleiht die rhythmische Unterkonstruktion der Module und der Sonnenschutzvorrichtung dem schön proportionierten Fassadenbild zusätzliche Eleganz.
STADTHAUS PASSAGE Das leichte Abrücken des neuen Stadthauses von der nördlichen Parzellengrenze verweist auf die Porösität der heutigen Bebauung an dieser Stelle und schafft unter Einbezug des Konsumhofes eine teilweise gedeckte, räumlich spannungsvolle Fussgängerverbindung zwischen Alleestrasse und Sternenstrasse.Â
ATRIUM Der öffentliche Aussenraum des Sternenplatzes erhält ein intimes Gegenüber in Form des halböffentlichen Patios, welcher die umliegenden Räume mit Tageslicht versorgt und das räumliche Erlebnis beim Durchschreiten des Stadthauses dramaturgisch verdichtet.Â
Das Erdgeschoss liest sich als nahtlose Erweiterung des durchlässigen städtischen Aussenraumes. Über den zweigeschossigen Portikus treten die Besucher*innen vom offenen Sternenplatz her ins Gebäude ein, um an der Empfangstheke sogleich vom erweiterten Sichtbezug in den Patio und den Durchgang zur Stadthauspassge überrascht zu werden. Direkt gegenüber dem Haupteingang befindet sich das zweigeschossige Stadtforum mit räumlichem Bezug zum Innenhof und zur Bibliothek.Â