Schweizerisches
Mosterei- und Brennerei-museum Arbon

APFELRAUM Die Grundidee, die den Entwurf des Museums leitet, überzeugt. Das historische Rastermass eines ortstypischen, hochstämmigen Obstbaumhains dient als Grundstruktur für die Entwicklung des neuen Baukörpers. Entscheidend für die Setzung des Gebäudes in der Situation wird der neu angelegte Baumhain, der am östlichen Rand des Firmengeländes der Mosterei Möhl gelegen, in der Wirkung eines grossen Volumens, als Teil der Produktionsanlagen gelesen werden kann. Wie selbstverständlich setzt er die eigene Geometrie der großmaßstäblichen Produktionshallen fort und interpretiert sie als landwirtschaftlich präzis bebautes Feld mit Bezug zum Ausgangsprodukt des Apfels. (Zitat Jurybericht)

 

Der Baukörper des Museums bildet gleichsam den Brennpunkt dieses Apfelhains. Er konzentriert und verdichtet die städtebauliche Situation des Feldes und schafft, in seiner leicht zur St. Gallerstrasse zurückversetzten Lage die logische räumliche Anbindung an die Betriebsgebäude der Mosterei Möhl.

Der quadratische, zweigeschossige Baukörper führt mit neun aufgesetzten, geschosshohen Oblichtkörpern das Raster des Baumhains als Interpretation der Baumkronen weiter. Das Gebäude verortet sich so in der Geometrie des Baumfeldes und gibt diesem zusätzlichen Halt. (Auszug Jurybericht)

RAUMSYSTEM Die Raumstruktur des Museums mit den jeweils vier Raumzonen im Erd- und Obergeschoss, die sich windmühlenartig um den zentralen Treppenkern drehen sowie die Überhöhungen des Daches ergeben sehr interessante und vielseitige Innenraumsituationen. Die geforderten unterschiedlichen Raumhöhen können so in einem räumlich durchgehenden System angeboten werden, das sich zudem auch als wirtschaftliche Lösung des geforderten umbauten Volumens auszeichnet. Die gewählte Konstruktion mit dem aussteifenden Treppenkern in Beton und der Holzelementbauweise für die übrigen Wand- und Deckenelemente machen für die komplexen statischen Anforderungen des Raumsystems durchaus Sinn. (Zitat Jurybericht)

MUSEUM Das ausgeklügelte Raumsystem lässt einfache Museumsrundgänge zu, die für Gruppen wie auch für Einzelbesucher logische Abläufe möglich machen. Aus einem über den gedeckten Vorbereich betretbaren Foyer und Besammlungsraum, an dem auch der Museumsshop angegliedert ist, sind die drei Ausstellungsräume um den Treppenkern angeschlossen und ermöglichen einen Rundweg um das Zentrum. Über eine sich konisch in Laufrichtung öffnenden Treppe gelangt man am Ende des Rundweges in das Obergeschoss. Hier können, in der gleichen Logik des Erdgeschosses, vier Ausstellungsräume durchschritten werden die mit überzeugend gesetzten Öffnungen immer wieder Bezüge zur unteren Ausstellungsebene oder in andere Raumbereiche zulassen. Auch die Anbindung sowie die Raumkonzeption des Fasskellers sind in der gezeigten Form möglich und sinnvoll. (Zitat Jurybericht)

Neubau Schweizerisches Mosterei- und Brennereimuseum Arbon

2012

Verfahren

Studienauftrag 2. Rang

Bauherrschaft

Mosterei Möhl AG, Arbon

Architektur

Lauener Baer Architekten

Mitarbeit

Pedro Lourenco, Andreas Beerli, Lucia Bravo Guinea, Claudia Bitzer

Landschaftsarchitekt

Martin Klauser, Rorschach

Museumsberatung

Heinz Reinhart, St. Gallen